Rezension: Elias & Laia – In den Fängen der Finsternis
von Sabaa Tahir

Das Martialenimperium steht am Abgrund: Imperator Marcus überzieht das Land mit dem Blut der Unschuldigen, während Blutgreif Helena diese zu schützen versucht. Weit im Osten weiß Laia, dass sie den Nachtbringer aufhalten muss, und das ohne Elias. Denn Elias ist nun als Seelenfänger an die Zwischenstatt, das Geisterreich, gebunden. Dazu verdammt, einer uralten Macht bedingungslos zu dienen – auch wenn dies bedeutet, die Frau aufzugeben, die er liebt. (Quelle: Verlag)

*Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars *

Eine Fortsetzung, ein Jahr zu spät

Der erste Teil der Reihe um Elias und Laia hat mich schlichtweg umgehauen; es war eines der Bücher die ich nicht aus der Hand legen konnte, ohne die letzte Seite gelesen zu haben. Bis zum nächsten Teil dauerte es dann eineinhalb Jahre, doch auch Band zwei fühlte sich spannend und originell an. Seitdem sind aber ganze zwei Jahre gegangen, und für mich persönlich war das ein Problem. Ich habe den Anschluss zur Reihe verloren, hatte aber weder die Zeit noch Geduld beide Vorbände noch einmal zu lesen, und In den Fängen der Finsternis bietet keinerlei Aufarbeitung der vorangegangenen Ereignisse. Selbst wenn sie im Buch erwähnt werden sind es nur kurze Andeutungen, was das Leseerlebnis leider von Anfang an unzufriedenstellend und zusammenhangslos werden lässt. Dass es manchmal länger dauert um ein Buch fertigzustellen ist verständlich, aber dann sollte es wenigstens einen kurzen Rückblick geben.

Sehr geehrte Leser, die Spannung finden Sie im letzten Drittel

Als Page-Turner kann ich In den Fängen der Finsternis leider nicht durchgängig beschreiben. Obwohl sich die Reihe generell sehr leicht lesen lässt und bereits bewiesen hat wie viel Potenzial darinsteckt, gab es hier einfach zu viele überflüssige Beschreibungen und definitiv zu wenig Charakterentwicklung. Entgegen der meisten Stimmen mochte ich Laia zu Anfang der Bücher, sie war nicht die typische Heldin und hatte mit vielem zu kämpfen, was anderen Charakteren manchmal zu leicht viel. Mittlerweile sollte sie aber daran gewachsen sein, doch irgendwie bleibt der Fortschritt bei ihr aus. Die Welt von Elias und Laia hat nichts an ihrer dunklen Faszination, ihrem Zauber und Authentizität verloren, aber erst im letzten Drittel blüht sie wirklich wieder auf. Dann hatte ich endlich wieder das Gefühl, unbedingt wissen zu wollen was passiert.

Kein Ende in Sicht?

Im allgemeinen fühlt sich dieser dritte Band überflüssig an, ein Füllbuch in dem die Geschichte kaum voran geht und vermutlich auf das nächste Buch warten lassen soll. Warum es das überhaupt geben muss ist mir völlig schleierhaft. Die Geschichte hätte in diesem Teil abgeschlossen werden können; stattdessen wird sie unnötig ausgeweitet, sodass man als Leser mit einem bitteren Nachgeschmack zurückbleibt. Jetzt stehe ich in dem Zwiespalt wissen zu wollen was denn nun passiert, auf der anderen Seite aber eigentlich mit dieser Reihe abgeschlossen zu haben. Um ehrlich zu sein stehe ich schon fast auf der Seite des Nachtbringers der es meiner Meinung nach schon fast verdient hat, zu gewinnen.

Empfehlung? Nur bedingt

Wer diese Reihe noch nicht begonnen hat, sollte vielleicht noch die Reaktionen zum vierten Band abwarten – obwohl es wahrscheinlich auch wieder mehrere Jahre dauern wird, bis dieser fertig ist. Wenn ihr aber schon die beiden vorigen Bücher begonnen habt, kommt ihr wahrscheinlich auch nicht mehr aus der Serie heraus ohne zu erfahren, wie sie endet. Hier kann ich euch also nur ein gutes Maß Geduld empfehlen, um bis zum spannenden Ende durchzuhalten. Hoffentlich trifft das auch irgendwann auf den letzten Band zu. Bewertung: 3.5/5

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