Herzlich Willkommen zurück beim königlichen Adventskalender!

Die Hälfte des Dezembers, und damit unserer kleinen Aktion, ist schon wieder vorbei. Ich hoffe euch haben die Posts bisher ebenso gefallen wie mir, und dass ihr euch nicht allzu sehr vom Weihnachtsstress überwältigen lasst. Es schadet nie, sich etwas Zeit zum innehalten und nachdenken zu nehmen; selbst wenn es nur ein Tag, ein paar Stunden oder Minuten sind.

Dabei hat mir das heutige Königskind auf etwas ungewöhnliche Art geholfen: Die Anarchie der Buchstaben ist nämlich eins dieser Bücher, bei denen man zwischen den Zeilen lesen muss. Es geht um die junge Protagonistin Perry und ihre Oma, die im Heim lebt – und das ist auch alles was man weiß, bevor man in diese außergewöhnliche Geschichte einsteigt.

Jeden Donnerstag besucht Perry ihre Oma im Heim Santa Lucia. Oma weiß nicht immer, wer Perry eigentlich ist, und außerdem findet sie, Perry sei ein Jungenname. Aber Perry macht das nichts aus. Und dann hat sie diese gute Idee mit dem Abc! Ein Buch über alle und alles in Santa Lucia, bei dem Oma und die anderen mitmachen sollen. Es geht zwar etwas durcheinander, und das Ganze wird eher ein Acb oder ein Abv. Aber ein bisschen Anarchie hat noch niemandem geschadet.  Quelle: Verlag 
Hier ist man als Leser wirklich gefragt, denn Informationen über die Charaktere werden einem nicht wie sonst einfach präsentiert. Man muss sie ausfindig machen, Schlüsse ziehen und oftmals einfach Vermutungen anstellen. Dabei wird ziemlich schnell klar, dass Perry’s Oma, Honora Lee, Demenz hat – ein schwieriges Thema, was aber auf respektvolle Weise verarbeitet wird.
Gerade durch die kindliche Perspektive von Perry bekommt man noch einmal einen ganz neuen Ansatz, was mir als außenstehender Person sehr geholfen hat. Trotzdem gab es einige Punkte bei denen ich zu wenig Informationen besaß um die Anspielungen oder Referenzen zu verstehen, also habe ich das Buch nach dem Lesen an jemanden verliehen, die sich besser in der Thematik auskennt: meine eigene Oma.
Sie hat jahrelang in einem Altersheim gearbeitet und dadurch das Buch tatsächlich noch einmal ganz anders aufgenommen als ich. Mein Fokus beim Lesen lag mehr auf Perry als Charakter: sie ist liebenswert, intelligent und weiß genau, was sie will. Ihre kleinen Eigenarten lernt man schnell kennen, wie sie mit den Senioren im Heim umgeht ist wundervoll ehrlich, und ich kann mir niemanden vorstellen der sie nicht ins Herz schließen würde.
Meine Oma hat sich eher von der Beziehung zwischen Honora Lee und ihrer Enkelin berühren lassen. Hier möchte ich gar nicht zu viel verraten, aber sie hatte beispielsweise an Stellen, die ich als einfach schön empfunden hatte, sogar Gänsehaut und etwas Tränen in den Augen bekommen. Es war für mich wirklich faszinierend, mir nicht nur mehr Zeit für ein Buch zu nehmen das ich nicht sofort verstehen konnte, sondern dieses dann auch durch verschiedene Sichtweisen zu erleben und es mit einem Menschen zu teilen, der ganz andere Hintergründe in die Geschichte mitbringt.
Ich habe sicherlich immer noch nicht jeden Aspekt von Die Anarchie der Buchstaben verstanden; empfinde aber gerade das als schönsten Aspekt des Buches. Es ist eine Möglichkeit, mit der Zeit und jedem neu erworbenen Wissen eine neue Perspektive zu entdecken. Vielleicht ermutigt euch das ja, ebenfalls mehr Bücher außerhalb eurer ‘Komfortzone’ zu lesen und euch über diese mit jemanden auszutauschen, von dem ihr das sonst nicht erwarten würdet.
Vielleicht klingt dieses Buch nicht besonders weihnachtlich, aber für mich steht Perry ganz besonders für die Werte, die wir gerade in dieser Zeit so schätzen: die Liebe zur Familie, Freundlichkeit und Geduld allen Menschen gegenüber zu zeigen, offen sein für Neues und sich mit Dankbarkeit auf das besinnen, was man hat.

In diesem Sinne wünsche euch eine wunderschöne Vor-Weihnachtszeit!

Die Gestaltung des Buches ist übrigens, wie immer, absolut königlich!

Alle königlichen Blogger findet ihr hier:

6 thoughts on “Königliche Adventszeit #15 – Von Büchern, Zeit und Perspektiven”

  1. Das Buch klingt sehr interessant und ich habe deine Vorstellung gerne gelesen, aber ich muss gestehen, besonders der Becher im ersten Bild springt mir SOFORT ins Auge & ich bin schockverliebt! *-*

    Hab eine gemütliche Adventszeit!

    1. Vielen Dank Janna, das freut mich beides sehr! 😀
      Die Tasse kam übrigens mit einem kleinen Stövchen uns ist, offensichtlich, eine meiner liebsten. 🙂

      Das wünsche ich dir ebenso ♥

  2. Guten Morgen,
    das klingt nach einem ganz besonderen Buch, das man auf jeden Fall mehrmals lesen kann. Eine schöne Buchvorstellung, danke dafür. 🙂
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Victoria

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